BSB5 im Abwasser

BSB 5 TestDas Kürzel BSB5 steht für den biochemischen Sauerstoffbedarf in mg/l, der zum biologischen Abbau aller im Abwasser befindlichen biologisch abbaubaren Schadstoffe innerhalb von 5 Tagen bei 20 °C benötigt wird. Eine BSB-Abwasseranalyse ist ein wichtiges Instrument zur Steuerung von Kläranlagen. Die deutsche Abwasserverordnung schreibt aber auch für die Abwässer von vielen Industrie- und Gewerbetrieben Grenzwerte für den BSB5-Test vor. Die Aussagekraft des BSB5‑Tests wird durch einen CSB-Test erhöht. Letzterer berücksichtigt auch den zur Oxidation verbrauchten Sauerstoff nicht biologisch abbaubarer Schadstoffe.


Fakten BSB-Abwasseranalyse

  • Der BSB5-Test erfasst die biologisch abbaubaren Schadstoffe.
  • Menschliche Fäkalien führen zu hohen BSB5-Werten.
  • Grenzwerte für den BSB5-Test regelt die Abwasserverordnung.


Welche Schadstoffe werden durch den BSB5-Test erfasst? Wie gelangen diese in das Abwasser?

Eine BSB-Abwasseranalyse erfasst im kommunalen Abwasser hauptsächlich menschliche Fäkalien. Auch viele Reinigungs- und Waschmittel sind heute biologisch abbaubar und werden daher von einem BSB5-Test erfasst. In Deutschland wird pro Kopf und Tag etwa eine Menge von biologisch abbaubaren Schadstoffen in Gewässer eingeleitet, deren Abbau in 5 Tagen ca. 60 g Sauerstoff verbraucht.[1] Bei starken Regenfällen oder Überschwemmungen können auch von landwirtschaftlichen Flächen größere Mengen Dünger in Gewässer ausgewaschen werden. Diese „Abwässer“ können in Flüssen und Seen ebenfalls zu erhöhten BSB5-Werten führen. Viele Industriebetriebe wie zum Beispiel Brauereien erzeugen ebenfalls Abwässer mit biologisch abbaubaren Schadstoffen. Vielfach werden die Abwässer von Großbetrieben jedoch durch betriebseigene Kläranlagen gereinigt und gelangen daher nicht in das kommunale Abwasser.


Warum ist eine BSB-Abwasseranalyse wichtig?

Der von Bakterien und Mikroorganismen zum Abbau von Schadstoffen benötigte Sauerstoff wird in Klärwerken künstlich über Pumpen zugeführt (Belüftungsbecken). Gelangen dagegen größere Mengen biologisch abbaubarer Schadstoffe in Gewässer, kann dort ein Sauerstoffmangel entstehen. Viele Schadstoffe haben zudem eine düngende Wirkung auf Algen und Wasserpflanzen. Sogenannte Algenblüten können den Sauerstoffmangel in Gewässern teilweise stark erhöhen und zur Bildung von Faulgasen führen. In der Folge kommt es oft zum Absterben von Fischen und anderen Wasserlebewesen. Fäkalien enthalten außerdem Keime wie Coli-Bakterien, die für den Menschen eine direkte Gesundheitsgefahr darstellen. Hohe Werte bei BSB5-Tests sind daher auch ein indirekter Indikator für mögliche Keimbelastungen des Abwassers.


Aussagekraft des BSB5-Tests

Eine BSB-Abwasseranalyse erfolgt fast immer zusammen mit einer CSB-Abwasseranalyse. Wie in der Einleitung erwähnt, berücksichtigt ein CSB-Test alle oxidierbaren Schadstoffe im Abwasser. Liegen die Werte des BSB5-Tests nur wenig unter den Werten des CSB-Tests, kann von einer sehr guten biologischen Abbaufähigkeit der Schadstoffe ausgegangen werden. Je niedriger die Werte des BSB5-Tests im Verhältnis zum CSB-Test sind, desto schlechter sind die Schadstoffe biologisch abbaubar. Abwasser aus Haushalten hat etwa ein CSB/BSB5-Verhältnis von 2.[2] Es sind also etwa die Hälfte aller häuslichen Abwasser biologisch abbaubar.


BSB5-Test Grenzwerte für Abwasser verschiedener Branchen:

Branche

Häusliches und kommunales Abwasser

Brauereien

Textilherstellung/Veredelung

Herstellung von Papier und Pappe

Mineralölhaltiges Abwasser

Parameter: BSB5 in mg/l

Grenzwert BSB5[3]

40 mg/l (für Anlagen < 60 kg/d*)

25 mg/l

25 mg/l

25 mg/l

40 mg/l

* kg/d = kg pro Tag („d“ abgeleitet von engl.: day), kg/d bezieht sich hier auf den täglichen Sauerstoffverbrauch auf Basis des BSB5-Werts der Anlange.

 

Referenzen:

[1] Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, „Umwelt Zeitreihen Land“: https://www.statistik.rlp.de/wirtschaft/umwelt/zeitreihen-land/umwelt3/erlaeuterungen/?Fsize=3
[2] Bayerisches Landesamt für Umwelt, „Merkblatt Nr. 4.4/12“: http://www.lfu.bayern.de/wasser/merkblattsammlung/teil4_oberirdische_gewaesser/doc/nr_4412.pdf
[3] Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, „Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer“: http://www.gesetze-im-internet.de/abwv/index.html