Klärschlammentsorgung

Klärschlamm AbwasserBei den meisten Kleinkläranlagen fallen nicht unerhebliche Mengen an Klärschlamm an. Aus Abwasser bestehender Klärschlamm enthalten Feststoffe und abgestorbene Mikroorganismen der biologischen Reinigung. Die ordnungsgemäße Klärschlammentsorgung von Kleinkläranlagen ist durch die Kommunen vorgeschrieben. Nur durch einen entsprechenden Entsorgungsnachweis ist in vielen Kommunen eine Befreiung von der allgemeinen Abwasserabgabe möglich.[1] Klärschlamm ist oft mit Schadstoffen belastet und darf keinesfalls in Gewässer eingeleitet werden. Klärschlamm wird in speziellen Anlagen verbrannt oder nach einer Behandlung als Dünger verwendet.

 

 

Fakten Klärschlammentsorgung

  • Betreiber von Kleinkläranlagen sind zur Klärschlammentsorgung durch zertifizierte Betriebe verpflichtet.
  • Pro m³ Klärschlamm werden etwa 25 – 55 Euro Entsorgungskosten fällig.
  • Klärschlamm kann mit Rückständen von Medikamenten belastet sein.

Wer darf die Klärschlammentsorgung durchführen?

Die Entsorgung von Klärschlamm wird in Deutschland durch das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrWG-/AbfG) geregelt. Entsorgungsfirmen müssen unter anderem nach den §§ 56 und 57 des KrWG zertifiziert sein. Die weitere Behandlung und Ausbringung von Klärschlamm wird in der Klärschlammverordnung geregelt. Auskünfte über zertifizierte Entsorgungsunternehmen erteilen die örtlichen Abwasserbehörden.

Welche Kosten fallen für die Klärschlammentsorgung an?

Die Klärschlammentsorgung kostet bei Kleinkläranlagen etwa 25 – 55 Euro pro m³. Für die Kleinkläranlage eines Einfamilienhauses fallen für die einmalige Entsorgung etwa 200 Euro an. Die Entsorgung des Klärschlamms wird entweder nach regelmäßigen Fristen oder bedarfsgerecht gefordert. Üblich ist eine zweimal jährliche Entsorgung. Der Klärschlamm wird meist nur aus der Vorklärkammer der Kleinkläranlagen entnommen. Die Kosten bei Kleinkläranlagen für die Entsorgung lasen sich erheblich mindern, wenn der Klärschlamm in ausreichend großen Faulgruben gelagert wird. Durch die Lagerung verringert sich das Volumen des Klärschlamms deutlich und es werden folglich volumenabhängige Entsorgungskosten gespart. Bei einigen Kleinkläranlagen kann auch eine Klärschlammkompostierungsanlage installiert werden. Bei ordnungsgemäßer Funktion kann so eine Befreiung von der Klärschlammentsorgung erreicht werden.

Klärschlamm ist oft mit Schadstoffen aus dem Abwasser belastet

Abwasser und Klärschlamm von Haushalten und kleinen Gewerbebetrieben kann die unterschiedlichsten Schadstoffe enthalten. Besonders problematisch sind zum Beispiel Schwermetalle und Rückstände von Medikamenten. Bis auf Kupfer (stammt überwiegend aus Kupferleitungen) sind im Abwasser und Klärschlamm von Haushalten jedoch ganz überwiegend keine erhöhten Mengen von Schwermetallen nachzuweisen.[2] Rückstände von Medikamenten sind, je nach Verwendung im Haushalt, aber durchaus auch im Abwasser und Klärschlamm von Kleinkläranlagen ein Problem. Klärschlamm wird vielfach wegen des hohen Stickstoff- und Phosphatgehalts noch als Dünger in der Landwirtschaft genutzt. Die Richtlinien für diese Nutzung sind einem stetigen Wandel unterworfen. Die Klärschlammverordnung schreibt im Moment für die landwirtschaftliche Nutzung Grenzwerte für die Schwermetalle Kupfer (60 mg/kg), Quecksilber (1 mg/kg) und Blei (100 mg/kg) vor.[3]


Referenzen:

[1] Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach, „Nachweis der Klärschlammentsorgung“:http://www.vg-burgebrach.de/index.php?id=2465 ,7
[2] Land Schleswig-Holstein, „Ergebnisse zur Bewertung der (organischen) Schadstoffbelastung von kommunalen Klärschlämmen...“: http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/Abfall/05_Siedlungsabfaelle/005_VerwertungDuenger_Klaerschlamm/005_Schadstoffbelastung_Klaerschlaemme/ein_node.html
[3] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, „Klärschlammverordnung § 4“: http://www.gesetze-im-internet.de/abfkl_rv_1992/__4.html